Wir planen seit September 2018 das Haus, indem wir bereits seit 10 Jahren wohnen, zu kaufen. Jetziger Besitzer der Immobilie ist meine Schwiegermutter. Mit dem Kauf soll es noch einen kleinen Anbau, mit einem zusätzlichen Zimmer, geben (Ich habe bereits darüber berichtet)

Nach vielen Terminen bei Banken, Wohnraumförderstelle, Bauunternehmen, Architekt, Bauamt etc. war uns klar, wir schaffen und machen das!

Der Bauantrag wurde im Dezember 2018 gestellt (Wartezeit ca. 4 Monate). Die Termine bei den Bank waren auch sehr erfolgreich, sodass wir die komplette Finanzierung stehen haben. Läuft soweit alles wie geplant.

Erfreulicher Weise kommt uns das, in den Medien breit getretene, „Baukindergeld“ auch zu Gute! Bei 7 Kindern kommt eine Fördersumme von 84.000€ in den nächsten 10 Jahren zusammen. Endlich macht das Land mal was für Familien!

Nächste Woche Montag haben nun endlich den lang ersehnten Notartermin.

Gestern Abend sind wir zufälliger Weise nochmal auf die Seite der KFW gegagngen und haben gesehen, dass es nun einen Check zur Förderung gibt. Nun kommt der Hammer. Am 17.05.2019 hat die KFW ganz still und heimlich die Förderrichtlinien geändert. Auf der eigenen Homepage kann man, auf den ersten Blick, auch nichts finden. Selbst Banken, Wohnförderstelle etc. wissen davon noch nichts. In diesen neuen Richtlinien wird, unter anderem, der Kauf von Verwandtschaft erster Linie ausgeschlossen. Das war vorher nicht der Fall. Was ist Verwandtschaft erster Linie? Überall steht, dass der Schwiegersohn zum Beispiel keine Verwandtschaft erster Linie ist. Die KFW sieht es aber anders. Unsere Bank wäre sogar bereit gewesen, das Baukindergeld als Sicherheit mit aufzunehmen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn wir das gemacht hätten!

Nach telefonischer Rückfrage bei der KFW haben wir sehr unverschämte Antworten bekommen. Eine Antwort möchte ich gerne genau zitieren:

„Wir können mit unserem scheiss Geld machen, was wir wollen. Wir müssen nichts veröffentlichen!“

Das ist eine bodenlose Frechheit. In einem anderen Zusammenhang hat sie der Politik die ganze Schuld gegeben! Ich hätte niemals gedacht, dass bei einer so großen Instutition, solch unqualifizierte Mitarbeiter auf die Menschheit losgelassen werden!

Ab Juli gehe ich für 14 Monate in Elternzeit, um die wervolle erste Zeit bei meiner Familie zu sein. Nun wird es für uns ein noch größerer Kraftakt, dass finanziell zu stemmen. Aber auch das werden wir schaffen!

Das Thema Baukindergeld wurde von der Politik so groß in den Medien beworben. Warum werden solche entscheidenden Änderungen nicht öffentlich bekannt gegeben?

Für uns ist sowas ein riesen SKANDAL!

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40 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    ich bin zwar nicht betroffen, aber evtl. war meine Situation, die ich im Dezember 2018 mit der KfW klären wollte, ein Grund für die Änderung.
    Wir als Familie wollten damals das Haus meiner Schwiegermutter kaufen, gleichzeitig besitzt meine Frau aber 5% Eigentum an diesem Haus. Ich wollte nun klären, ob der Kauf möglich sei. Damals habe ich nämlich auch den Check auf der Homepage gemacht, und zwar erfolgreich. Die Bedingung damals war nämlich: man durfte zum Stichtag kein vermietetes oder selbstgenutztes Wohneigentum besitzen. Diese 5% meiner Frau waren weder vermietet noch selbstgenutzt. 2. Bedingung: Zum Stichtag durfte man keine weitere Immobilie besitzen außer die, die man kaufen will. Da wir genau das Haus kaufen wollten, zu welchem schon 5% meiner Frau gehörten, war es ja wortwörtlich gesehen keine weitere Immobilie, sondern genau diese 1. Es gab also keinen“weitere“!

    Mit dieser Situation sind wir nun ins Rennen gegangen, sehr viele Mails und Telefonate später, in denen ich versuchte deutlich zu machen, das wir berechtigt wären, wenn man die Voraussetzungen wortwörtlich nimmt, hat man mir immer etwas gegenteiliges gesagt. Also wollte ich schwarz auf weiß einen Beweis dafür haben, dass wir nicht berechtigt sind. Den hat man mir aber nie liefern können, weil es ja auch einfach nirgendwo definiert war. Ich habe schlussendlich darauf bestanden mich mit jemanden zu verbinden, der Ahnung von den Bedingungen hatte, also bin ich bei irgendeinem Abteilungsleiter gelandet. Dieser konnte mir auch nicht schwarz auf weiß zeigen, dass ich im unrecht bin.

    Aufgrund privater Gründe haben wir das Haus doch nicht gekauft,… daher habe ich mich mit der KfW nicht mehr auseinander gesetzt.

    Aber ich denke meine Situation, in der ich dort ungewollt im Recht war, hat bei denen dafür gesorgt ihre Richtlinien zu ändern.
    Denn damals war nie die Rede davon, dass man innerhalb der Familie keine Immobilie kaufen darf.

    Ich wollte euch das nur wissen lassen.

    Gruß
    J.

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  2. Guten Tag an alle,
    ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und bin geschockt, wie vielen es ergeht wie mir und meiner Familie. Wir waren seit Mitte letzten Jahres dran, das Haus meiner Eltern zu kaufen, mit Gutachten vom Haus und den ganzen Bankgesprächen. Wir haben das Geld dann immer mit eingeplant. Bis wir dann Ende Mai ein weiteres Mal bei der Bank waren und alle total entsetzt waren, dass jetzt auf einmal der Kauf nicht mehr gefördert wird. Selbst auf der Bank konnte keiner was dazu sagen, weil es „einfach mal nebenbei“ geändert wurde. Man hat sich vorher informiert und kann ja nicht ständig auf die Seite der KfW gehen. Das Elternhaus wäre so oder so verkauft worden, wenn nicht von uns, wäre es wahrscheinlich in die Zwangsversteigerung gekommen. Das Geld ist quasi von einer Bank zu der anderen Bank geflossen und meine Eltern haben beide nichts davon gesehen. Sogar das Gutachten lag unter dem Kaufpreis und soviel Geld haben wir, dadurch dass wir nicht verheiratet sind, auch nicht an Grunderwerbsteuer gespart. Es ist einfach eine Schweinerei. Wie jemand schon geschrieben hat, ist es fast unmöglich an ein Haus zu kommen, es sei denn es kommt aus der Familie.
    Ich kann es wirklich verstehen, dass die Förderung bei einer Schenkung abgelehnt wird, aber wenn man doch ein Haus kauft ist es doch egal ob es aus der Familie ist.
    Vor kurzem war in der Westerwälder Zeitung auch ein Fall, bei dem geklagt werden sollte, leider weiß ich aber nicht wie es weitergegangen ist. Vielleicht ist der Fall hier auch bekannt?
    Ich wünsche euch allen alles Gute!
    Freundliche Grüße
    Theresa

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      1. Von der Vorgehensweise der KfW sind viele Familien betroffen. Erst ködern, dann streichen.
        Kann man da eine Sammelklage veranlassen?
        Gibt es unter den Betroffenen Juristen, Anwälte, die sich damit auskennen?

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  3. Wir haben 14 Tage nach Veröffentlichung des Merkblatts den Knopf gedrückt, einen Tag nach Geburt unseres fünften Kindes. Heute kam die Ablehnung. Telefonischer Kommentar: das war doch eine Woche vor Inkrafttreten schon auf unserer Homepage! Da fragt man sich wirklich, wer in dem Laden die Kommunikationspolitik bestimmt…

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  4. Hallo Sven,
    bei meiner Familie und mir sind es auch genau 4 Wochen.
    Wir sind auch aus allen Wolken gefallen.
    Kannst Du mir bitte ebenfalls die Antwort der Bundesregierung schicken?

    Beste Grüße

    Carsten

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  5. Bei uns gilt leider das gleiche. Wir haben den Kaufvertrag Anfang April unterzeichnet, sind allerdings erst nach Umbauarbeiten am 18.05. eingezogen und haben den Zuschussantrag am 27.05. gestellt. Heute kam die Absage. 😦 Das kann doch nicht sein, dass man sich auf Zuschusskonditionen verlässt, den Vertrag unterzeichnet und plötzlich über Nacht alles anders ist. Habt ihr schon Rückmeldungen von Bundestagsabgeordneten?

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    1. Hallo Volker, von Seiten der Politik kommt zur Zeit nicht viel Hilfe. Einige haben erst die Hilfe zugesagt, allerdings ist bis heute nichts passiert. Wir haben eine Facebook Gruppe mit vielen betroffenen Familien gegründet.

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  6. Unser Bundestagsabgeordnete bzw. dessen Büro schrieb in einem ersten Brief, dass er es an den zuständigen Abgeordneten weitergibt, in einem zweiten dann, dass er unsere Einschätzung nicht teilt.

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  7. Auch ich bin betroffen, obwohl der Kaufvertrag am 16.05.besiegelt wurde, haben wir trotzdem mit Bezug auf die ab dem 17.05.19 getroffenen Förderbedingungen eine Absage erhalten.
    Unter der Drucksache 19/12564 gibt es eine interessante Anfrage der AfD-Fraktion an den Deutschen Bundestag.
    Ich bin der Meinung, nur gemeinsam und Information der Öffentlichkeit über diese stillschweigende Ungleichbehandlung können wir was erreichen.

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    1. Bei uns gilt leider genau dasselbe. Wir haben drei Kinder, Kaufvertrag wurde im April unterschrieben, der Zuschussantrag nach Umzug am 27.05. eingereicht und heute kam die Absage. 😦 Haben sich denn schon Abgeordnete für euch eingesetzt?

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  8. Hallo,
    wir waren auch total schockiert, als wir den Check auf der KfW-Webseite gemacht haben. Wir sind seit Ende 2018 mit Hauskauf und Sanierung beschäftigt. Zum Zeitpunkt der Finanzierung gab es diese Bedingung noch nicht und wir haben das Geld fest eingeplant. Nun wollte ich den Antrag stellen nachdem der Kauf im Juni abgewickelt wurde und dann kam die böse Überraschung. Das ist schon echt dreist.
    Wir haben das Haus von der Großmutter meines Mannes gekauft zum Marktpreis bzw. wahrscheinlich sogar überteuert wie wir nun bei der Sanierung feststellen.
    Heute bin ich auf die kleine Anfrage an die Bundesregierung aufmerksam geworden: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/125/1912564.pdf
    Bin gespannt auf die Antwort (werden i.d.R. innerhalb von 2-4 Wochen veröffentlicht).

    Viele Grüße
    Anke

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      1. Hallo Sven,

        könntest du mir die Antwort der Bundesregierung auch einmal per Mail zusenden? Im Internet kann man den link nicht öffnen. Wir sind zu neugierig, um noch länger zu warten.

        Vielen Dank im Voraus.

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      2. Hallo,
        Wir haben auch das gleiche Problem.
        Könnten Sie mir bitte auch mal die Antwort vom Deutschen Bundestag schicken bzw schreiben was da drin steht? Vg steffi

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  9. Puh, plan(t)en auch gerade einen Kauf von direkten Verwandten, anders sind hier gar keine Wohnungen mehr zu bekommen. Aber dann wird das wohl nichts. Absoluter Unsinn! Es braucht klare Kriterien und Regeln die lange genug vorher kommuniziert werden. Was soll das denn, das Geld ist doch kein Pappenstil

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  10. Wir wurden gerade auf euren Artikel hingewiesen- für nicht bricht gerade die Welt zusammen! Wir erwarten in diesen Tagen unser 5. Kind. Wir haben alles vorbereitet zum Kauf, Grundstück unabhängig schätzen lassen, Notar hat Kaufvertrag vorbereitet. Mieter gekündigt für einen Umbau, meine Mutter zieht mit ihrer Praxis aus dem Haus aus im September. Es ist eine Katastrophe. Wenn es Neuigkeiten von der Front gibt freuen wir uns auf Neuigkeiten.

    Vielen Dank für das teilen eurer Katastrophe -so können wir wenigstens nun überlegen ob wir es nun wirklich final noch durchziehen.

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  11. Hallo Sven,
    ich bin am Freitagabend im Stern auf „deinen“ Artikel gestoßen und aus allen Wolken gefallen. Wir haben Mitte April das Haus der Großeltern meiner Frau gekauft und wollen Ende August mit dem Umbau beginnen. Kreditvertrag, etc. schon unterschrieben und das Geld ist schon geflossen. Antrag ging noch nicht raus, weil zuerst die Einliegerwohnung bei den Schwiegereltern seniorengerecht gerichtet wird und „die Alten“ dort einziehen. Das Baukindergeld haben wir in unseren Kreditvertrag aber fest als Sondertilgung eingerechnet. Die Bank wusste NICHT, dass es nicht mehr förderbar ist.
    Und jetzt stehen wir da mit einem Loch von 36.000€ im Kreditvertrag.
    Kannst du mir bitte Bescheid geben, ob du etwas erreicht hast? Ich werde jetzt auf jeden Fall unsere MdBs anschreiben….
    Eigentlich wäre das aber eine Sache für Karlsruhe?!?
    Fair ist das nicht – im Gegenteil, es ist eine Riesensauerei.

    – Matthias

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    1. Der Beitrag hätte von mir sein können. Ich habs heute zufällig erfahren. Ich weiß gar nihct, wie das mit der Finanzierung jetzt hinhauen soll.

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  12. Hi Sven, ich laß den Artikel im Stern über eure Situation hinsichtlich des Baukindergelds. Bei uns verhält es sich genauso, als letzte Woche die Ablehnung kam fiel ich aus allen Wolken. Hast du inzwischen etwas erreichen können bei der KfW oder mit deinen Briefen an diverse Volksvertreter?
    Ich kann die Maßnahme der KfW nachvollziehen, aber ohne Pressemitteilung und Vorlaufzeit. Das geht garnicht, schließlich hätten wir den Kredit dann doch ganz anders gestaffelt. Mal davon ab, dass wir zum Marktpreis, sogar drüber gekauft haben von meinen Schwiegereltern.

    Schreib mir doch mal 🙂
    Grüße aus Osnabrück

    René

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  13. Was der nich viel größere Skandal ist, ist, dass die Preise exakt um das Baukindergeld gestiegen sind. Wir haben eine Wohnung gejauft im ersten Bauabschnitt eibes zweiteiligen MFH-Bauvorhabens. Kaufvertrag war im Mai 17, im Jan 18 stand der Rohbau, eingezogensind wir im Sep 18. Wir bekommen kein BKG weil der Notarvertrag zu früh kam. Alles andere wäre also erfüllt, inkl. Einzugstermin. Soein MFH baut sich halt nur nicht in 3 Monaten. So. Jetzt ging der 2. Bauabschnitt in den Verkauf, exakt 1,5 Jahre später, und „unsere“ 4ZKB kostet exakt 50 000 € mehr. Wohlgemerkt keine Metropole oder so. Die Leute jetzt bekommen BKG – aber es bringt ihnen nicht, weil das preislich einkalkuliert wurde. Wenn man wirklich hätte Familien beschenken wollen und nicht nur Bauunternehmen reicher macgen, hätte man zu jedem beliebigen Zeitpunkt das Geld rückwurkend zahlen müssen. So ist das ganze BKG total absurd.

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